Josef WITTLICH (1903, Gladbach im Rheinland bis 1982, Höhr-Grenzhausen)

Die Malereien von Josef Wittlich kann man im Wesentlichen in drei Kategorien einteilen: Schlachtenszenen und Soldaten, Portraits (hauptsächlich von bekannten Persönlichkeiten) und Frauenbilder. Seltener malte er auch Landschaften oder Tiere. Wittlich ließ sich von Historiengemälden ebenso inspirieren wie von Boulevardpresse, Werbung oder Modekatalogen. Merkmal seiner Kunst sind breite Konturlinien, poppige, flächenhaft aufgetragene Farben und verzerrte Figuren. Die skurrile Deformation und plakative Farbigkeit dieser Bilder erwecken den Eindruck, Wittlich thematisiere die Künstlichkeit und Effekthascherei seiner Vorlagen.

 

Der Sohn eines Knopfmachers verlor mit vier Jahren seine Mutter. Ca. 1920 soll er als Offiziersbursche in Frankreich gearbeitet und sich in den späten 1920er Jahren auf eine Wanderschaft durch Osteuropa begeben haben. Bis zum 2. Weltkrieg, als er einberufen wurde und in sowjetische Gefangenschaft geriet, arbeitete er, wie auch danach, als Hilfsarbeiter. Schon als Kind begann Wittlich zu malen, in den 1930er Jahren verstärkte sich der Drang, sich künstlerisch auszudrücken. In den Kriegsjahren gingen seine Bilder verloren. 1957, nachdem ihn eine Handverletzung jahrelang daran hinderte, begann er abermals mit der Malerei. 1967 wurde der Künstler Fred Stelzig auf seine Arbeiten aufmerksam, der ihn in der Kunstszene bekannt machte. Wittlich starb 1982 auf der Straße an einem Herzinfarkt. Die Werke von Wittlich sind unter anderem in der Sammlung Infeld, Burgenland, den Sammlungen des Museums Charlotte Zander, Bönnigheim, und des Kunstmuseums Thurgau, Kartause Ittingen, vertreten.