martha GRUNENWALDT (1910, Hamme-Mille (Belgien) bis 2008, Mouscron (Belgien))

Martha Grunenwaldt begann erst im Alter von 71 Jahren mit Farbstiften und Kugelschreibern ihrer Enkel auf der Rückseite von Tapeten oder politischen Plakaten zu zeichnen. In den folgenden zwei Jahrzehnten arbeitete sie höchst produktiv an ihrer Kunst. Es entstanden tausende Bilder, eine eigene poetische Welt. Ihre schillernden "Kaleidoskope" zeigen Frauen, die sich in surrealer Weise in Pflanzen oder Tiere verwandeln: Gesichter, die häufig an die Künstlerin selbst erinnern, sind verwoben mit floralen Mustern, Vögeln oder Violinen.

 

Die Tochter eines Wandermusikers lernte früh Geige zu spielen, musizierte mit ihrem Vater auf Festen und Bällen und besuchte nur unregelmäßig die Schule. 1933 heiratete sie, vier Jahre später, kurz vor der Geburt ihrer Tochter, wurde sie geschieden. Von nun an lebte sie selbst als Wandermusikerin, begleitet von ihrem kleinen Kind. 1940 wurde ihr auf Betreiben ihres Mannes das Sorgerecht abgesprochen und sie fand Arbeit als Hausangestellte. Mit über 70 Jahren, ihre Tochter kümmerte sich seit 1968 um sie, fing Grunenwaldt an zu zeichnen; bis 2003 füllte sie tausende Blätter. Ihre Werke sind zum Beispiel in der Sammlung des Museums im Lagerhaus, St. Gallen, oder im Dr Guislain Museum, Ghent, zu finden.