madge GILL (1882 bis 1961)

Als uneheliches Kind jahrelang geheim gehalten, wird Madge Gill von ihrer Mutter und einer Tante aufgezogen. Um 1903 weiht ihre Tante sie in spiritistische Praktiken ein. Als eines ihrer drei Kinder 1918 bei der Geburt stirbt, erkrankt Gill schwer und erblindet auf dem linken Auge. Ein Jahr später beginnt sie zu zeichnen, zu sticken und zu schreiben. Madge Gill arbeitete stets in Trance, in hohem Tempo und oft die ganze Nacht hindurch in halbfinsteren Räumen. Sie behauptete, ein Geist namens „Myrninerest“ führe ihre Hand und signierte manche Werke mit seinem Namen. Ihre Tuschezeichnungen reichen von Postkartengröße bis Papierrollen von 11 Meter Länge. Frauen, gefasst in einem Netz von dichten, unruhigen Linien, füllen ihre Zeichnungen. Perspektiven, Dimensionen und Formen sind nur schwer zu entziffern und verwirren den Betrachter.