gérard SENDREY (1928)

Bevor sich Sendrey 1967 der Kunstpraxis hingab war er Verwaltungsbeamter, erst mit etwa 40 Jahren begann er heimlich zu zeichnen und zu malen. Sendrey vereint mehrere künstlerische Adern in sich: Zum einen fertigt er sehr schwungvolle und expressive Pinselarbeiten, bei denen er sich – wie schon die Surrealisten unter André Breton – des Automatismus bedient, lässt also Unbewusstes unter Ausschluss der Vernunft mithilfe spontanen Malens an die Oberfläche dringen und sich in einem Bild manifestieren. Andererseits baut er menschliche oder abstrakte Körper aus akribisch genau gezeichneten geometrischen Mustern auf, die das Auge des Rezipienten bei Betrachtung aus der Ferne zu dreidimensional wirkenden Figuren übersetzt. Die dritte Gruppe, in die man Sendreys Oeuvre grob einteilen könnte, besteht aus stark vereinfachten – offenkundig von Pablo Picasso beeinflussten – Figuren, oft aus Konturlinie und flächiger Bemalung bestehend. Wie auch Gaston Chaissac simplifiziert er in den meisten seiner Arbeiten menschliche Züge, neigt zu Anthropomorphisierung.