august WALLA (1936, Klosterneuburg, Niederösterreich bis 2001, Maria Gugging, Niederösterreich)

August Walla hatte einen unbändigen Gestaltungsdrang: Er schrieb tausende Seiten für sich selbst und an andere, fotografierte, fertigte Objekte an, gestaltete Straßen, Bäume und Häuser. Walla vereinnahmte und bemalte seine gesamte Umgebung. Er entwickelte eine individuelle Mythologie und schuf ein Universum mit Göttern, eigener Sprache sowie persönlicher Symbolik. Besonders anschaulich wird diese Parallelwelt in seinem Zimmer im Haus der Künstler, das er mit farbintensiven Wandmalereien versah und immer wieder neu übermalte. Neben kantigen Figuren nimmt die Schrift  eine besondere Stellung in seiner Kunst ein. Abgesehen von Leinwänden, die Walla vorzugsweise beidseitig bearbeitete, schuf der Künstler auch Zeichnungen und Radierungen, die von enormer grafischer Begabung zeugen. 1990 erhielt August Walla mit der Gruppe der Künstler aus Gugging den Oskar-Kokoschka-Preis. Seine Werke kann man unter anderem im Irish Museum of Modern Art, Dublin, in der Collection de l`Art Brut, Lausanne, oder der Sammlung Essl, Klosterneuburg, finden.

 

August Walla wuchs als Einzelkind in der Obhut von Mutter und Großmutter auf und besuchte die Sonderschule. Mit 16 Jahren hatte er seinen ersten Aufenthalt in dem psychiatrischen Krankenhaus, der ein Jahr dauerte, 1970 kam er abermals in die Psychiatrie. Damals wurde Leo Navratil auf seine Arbeiten aufmerksam. 1983, nach mehreren weiteren Aufenthalten in der ehemaligen Landesnervenklinik Gugging, wurde er mit seiner Mutter in das Haus der Künstler eingeladen. Aloisia Walla musste bald in der geriatrischen Abteilung des Krankenhauses betreut werden, August Walla lebte bis zu seinem Tod im Haus der Künstler.