johann FISCHER (1919 bis 2008)

Johann Fischer wurde in Kirchberg am Wagram (Niederösterreich) geboren und absolvierte zunächst eine Lehre als Bäcker. Während des 2. Weltkrieges kam er in Kriegsgefangenschaft, danach arbeitete er als Weinbauer am elterlichen Hof. 1957 hatte er seinen ersten Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. Von 1981 bis zu seinem Tod im Jahre 2008 lebte er im Haus der Künstler in Maria Gugging. Hier begann er erstmalig künstlerisch zu arbeiten. Am Anfang bildete er einzelne Gegenstände, Menschen oder Tiere ab, in Bleistift und sehr stilisiert. Allmählich wurden seine Zeichnungen immer farbiger und er begann damit, sich auch schriftlich mitzuteilen, „inschriftierte“ seine Arbeiten, wie er es nannte. Er berichtete von der Ordnung der Welt wie von sozialem Engagement und dem gesellschaftlichen Miteinander. Dafür verwendete er zum Teil eigentümliche Wortschöpfungen. Fischers Menschendarstellungen folgen einem Kanon: Wie in der altägyptischen Kunst erscheinen Kopf und Füße im Profil, Schultern und Brust sind frontal dargestellt. Seine Bilder kann man unter anderem in den Sammlungen des Museum de Stadshof in Zwolle (NL) oder der Collection des Museum of Outsider Art in Moskau finden.